14.03.23 Pamplona – Puente del Reina – 23,9 km ( 2.505,7 km)

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14.03.23 Pamplona – Puente del Reina – 23,9 km ( 2.505,7 km)

So! Nun ist es das erste Mal soweit. Kurz nach um 4 Uhr ist es vorbei mit der Ruhe. 

Vielleicht verlocken diese Schlafnieschen, dass die Frühaufsteher  ohne viel  bzw. gar keiner Rücksicht aufstehen und laut ihre Dinge verrichten. Irgendwann hat es mir gereicht und ich habe mal immerhin mit wütendem Blick aus meiner Box herausgeguckt. Die Lady hatte Businessklamotten an und einen Koffer. Abends sind sie auch erst gegen O Uhr gekommen. 

Herberge kann man über booking buchen. Vielleicht sollten wir darauf nãchstes Mal in einer Stadt achten? Oder vielleicht sollte ich mich in einer Stadt für ein Hostal ( Privatzimmer) entscheiden? 

Ich habe definitiv nicht ausgeschlafen! Und heute wird es laut Wetterbericht windig, sehr windig und nass. Toll.

Doch das scheint nicht MEIN Tag zu sein, zu werden. 

Ich will auf die Toilette, doch die Brille ist vollgeschissen😡

Die andere Kabine hat kein Papier. Ich will mein Papier holen, überlege es mir aber anders. Wir gehen ja gleich frühstücken. Dann eben dort. 

Wir starten. Das Wetter ist besser, als angesagt. Weder nass noch extrem windig. Ja, dunkle Wolken ziehen über uns, aber erstmal ist es gut. 

Wir sind im Pamplona, hier gibt es jede Menge Bars und Panaderías zum Frühstücken. Es besteht sogar Chance auf Churros, die ja die Spanier gerne – vorzugsweise allerdings sonntags zum Frühstück haben. Doch meine kleine Gruppe entscheidet sich für Frühstück im Stehen in einer Minibäcketei. Ohne Toilette. Nun ist meine Laube endgültig verhagelt.  Aber sowas von. Ich nehme umgehend die Kopfhörer rein… heißt wohl “Lasst mich in Ruhe – sprecht mich nicht an” 

Der Weg aus der Stadt ist lang und so trotte ich hinter den anderen her… der Abstand wird etwas größer. Alex ist auch schon bald nicht mehr zu sehen. Nur HP und Ludovico scheinen gemeinsam zu gehen. 

Ich bin immer mehr wütend auf mich selbst. Ich denke über Flexibilität, Angepasstheit, eigene Bedürfnisse nach. 

Ich hätte in dieser Situation besser auf meine Bedürfnisse hören müssen. Was wäre dabei gewesen, in ein Café zu gehen… zu frühstücken in aller Ruhe… und dann später die Truppe unterwegs  oder am Ziel zu catchen. 

Mir fehlt Schlaf. Die Toilette auch…🙃 2. Problem ist erstmal nicht wichtig… DER Moment ist verpasst und ansonsten wird es heute eh ein schweißtreibender Tag. 500 Höhenmeter stehen an. 

In meinen Gedanken schwappt immer mehr der Wunsch nach einer Nacht im Hotelzimmer hoch. 

Mal sehen, wie ich mich am Etappenende entscheide. 

Doch erst einmal geht es hoch. Schweißtreibend, wie gesagt. Die Wettersituation ändert sich nicht großartig. Bedrohliche Wolken über uns.. so manch ein Pilger hat sich für Regenkluft entschieden, aber bergauf und Regenhose ist sicher nicht die beste Kombi. Kurz vor dem bissigeren Teil des Anstiegs gibt es eine kleine Tienda ( Geschäft) … schon für Pilger gedacht. Hier treffen wir auch auf viele andere Weggefährten… nach 3 Tagen kennt man sich doch schon ganz gut. International.  Aber es gibt auch ein paar neue Gesichter , ein Japaner und Jana aus Deutschland, die erst hier in Pamplona begonnen haben. 


Es geht nun auf direktem Weg hoch auf den den „Alto del Perdón“ Und oben wartet ein ganz beliebtes Fotomotiv auf uns und natürlich eine schöne Aussicht.  

Doch es fallen erste Tropfen. Ich hole zumindest den Poncho nach vorne, aber ziehe ihn noch nicht über. 

Der Weg runter hat es in sich… sagen meine Knie. Puhhh. Aber es bleibt immerhin bei den paar Tropfen.  

Im nächsten Dorf erhoffe ich mir eine Kaffee/ Mittagspause, aber es hat alles geschlossen. Okay, dann vielleicht im nächsten Dorf 3 km weiter? 

Der Weg dorthin führt an etlichen blühenden Mandelbäumen vorbei… so schön. 


Und dort  hat tatsächlich eine Bar auf… und es gibt immerhin Getränke. Heute mal ein Radler, es sind ja keine 5 km mehr bis zum Ziel und die sind ruckzuck gemacht. 
Und dort  hat tatsächlich eine Bar auf… und es gibt immerhin Getränke. Heute mal ein Radler, es sind ja keine 5 km mehr bis zum Ziel und die sind ruckzuck gemacht. 


Vor der Herberge wartet Alex schon auf uns, der ist ja heute geflogen. Ich entscheide mich tatsächlich für das Hotel und bin ja mit den Jungs im Kontakt. 

Ein schönes Hotel mitten im Zentrum. Ach herrlich diese Ruhe. Und es ist noch früh am Tag, noch nicht einmal 15 Uhr. Es gibt ein Tagesmenü, allerdings nur bis 16 Uhr. 

Doch erstmal schmeiße ich mich aufs Bett, genieße die Ruhe. Das Zimmer ist klein,  aber völlig ausreichend.
Mega dankbar, dass das Wetter heute wieder einmsl besser war, als angekündigt. Und dankbar für die Thematik, über die ich heute nachdenken durfte😊

Irgendwann entscheide ich mich doch für das frühe Essen… schnell unter die Dusche und 15.50 Uhr bin ich unten. Es hat eine super Auswahl. 

Dann kommen HP, Ludovico und der Holländer um die Ecke… HP hätte such gerne das Menü, aber die Dame zeigt auf die Uhr… Punkt 16 Uhr. Mann oh Mann.. etwas kleinlich. 

Dann geht es wieder auf‘s Zimmer.. aufs Bett. Der fehlende Schlaf macht sich bemerkbar. 

Irgendwann kann ich mich doch noch zu einer kleinen Runde durch das Städtchen aufraffen. Es ist noch ziemlich ruhig in der Stadt, in Spanien erwacht das Leben ja immer erst etwas später.

2 Antworten

  1. Andrea Düntsch sagt:

    Soooooo viele Wochen bist du schon unterwegs, dein Ehrgeiz scheint ungebrochen und das Ziel rückt näher. Deine Leistung ist der WAHNSINN 💪💪. Ich wünsche dir weiterhin Durchhaltevermögen, Gesundheit und noch viele schöne Momente und Begegnungen. Halte durch 🥾🥾☀️☀️🍀🍀, meine Daumen sind gedrückt 👍👍

    • admin sagt:

      Vielen Dank Andrea😊 Ja, AUFGEBEN ist keine Option mehr, war es nie😊 Ich habe die Gesamtsumme der Kilometer oft gar nicht so im Kopf…mache einfach einen Schritt nach den anderen… eine Etappe nach der anderen. Grüße aus Los Arcos 🇪🇸☀️🥾

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